Absurd! Buchhalter kann Billag Gelder einfach nicht ausgeben.

231
0
Lesedauer: ca. 3 Minuten

Nyon(sat.): Der Buchhalter Bruno Aebischer steht vor einem grossen Problem. Im Jahre 2010 hatten die Busenfreunde Caspar Wehmut und Bruno Aebischer eine grandiose Idee: eine lokale Radiostation inmitten der Stadt Nyon(VD). Nebst klassischem Jazz und hippelige Orgelklänge berichtete der Moderator Reto Wegmüller immer die aktuellsten Ereignisse rund um den ganzen Kanton Waadt. «Der Sender schlug alle Rekorde», sagte Bruno Aebischer. «Die Werbepreise konnten national mithalten und bei jedem Gewinnspiel mit einer Kostenpflichtigen Nummer, haben rund 100-200 Personen teilgenommen.» so der Buchhalter weiter.

Der Erfolg des Senders «Radio NyOn» ist nicht nur dem pfiffigen Teilzeitbuchhalter zu verdanken. Sein Kollege Caspar Wehmut hatte viele Marketingaktivitäten am laufen. «Unsere beste Kampagne war die NyOn-OnNy Kampagne» so der Marketingspezialist. «Meine Stimme ist eine Lokale Berühmtheit» schwärmt indessen der einzige Radiomoderator in der Region, Reto Wegmüller.
Das der kleine Radiosender auf Erfolgskurs war, wurde auch in Bern wahrgenommen. «Ich erhielt eine Vorladung des BAKOM» schilderte Bruno Aebischer mit zitternde Stimme. Einen Monat später mussten die zwei Busenfreunde danach in einem Raum inmitten von Bundesbern, Auskunft über den Radiobetrieb geben.

«Ich fühlte mich wie ein Schwerverbrecher, obwohl wir alle Vorlagen erfüllt haben», schilderte Caspar Wehmut. Am Tisch sassen nicht nur die ranghöchsten BAKOM Ermittler, sondern auch Vertreter aus der Billag und des Kulturförderungsfonds Schweiz. «Nach geschlagenen 3 Stunden und gefühlten 2 Liter Kaffee sagte man uns, dass wir auf einen Brief warten müssen», erzählt der immer noch traumatisierte Buchhalter.

Zwei Monate später war es dann so weit, erklärt uns Caspar Wehmut. «Sie erhalten nun Gebührengelder und müssen schweizweit verbreitet werden», zitierte der Marketingexperte. Fassungslose Gesichter hatten sich breitgemacht: «wir wollen keine Gebührengelder!, wir wollen einfach nur Radio machen» erklärte Bruno Aebischer. Die Zwei Busenfreunde haben zwar Einspruch erhoben, diese wurde jedoch bis auf die letzte Instanz abgewiesen.

«Wir sassen auf jährlich 3.2 Million Franken und wissen nicht wohin damit» so der Buchhalter Bruno Aebischer. Mittlerweile wurde das Lokalradio geschlossen. Der Moderator Reto Wegmüller hatte die grandiose Idee, jedem Zuhörer 10’000 Franken zu verteilen der bei einem Gewinnspiel mitmache. «Dies sei aber gegen den Grundgedanken der Gebührengelder» so Caspar Wehmut. So kam es, dass am 06.11.2017 der Sendebetrieb staatlich geschlossen wurde.

Bruno Aebischer schilderte uns «Es ist eine Sauerei! Wir erhalten noch eine Abfindung von jeweils 1.2 Million Franken!» Reto Wegmüller der Moderator der Region musste sich auf diesen Schock hin auf Bali absetzen. Während die zwei Busenfreunde verzweifelt versuchen, die Gelder wieder zurückfliessen zu lassen.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here