Courage fehl am Platz: Die Frauenquote und andere lästige Rangeleien.

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Wir blicken zurück auf die letzte Woche und fassen mit einer Prise Satire und harten Fakten zusammen. Achtung! Der Text könnte einige verstören.

Die Zusammenfassung für unsere Lesemuffel:

  • Die Frauenquote kann man übergehen, in dem man jemanden aus einem Minderheitskanton einstellt.
  • Wenn der Chef jemand verkloppt, darf er das. Die Mitarbeiter müssen dies tolerieren und hinter ihrem Chef stehen.

Verstörende Frauenquote

Am Mittwoch den 20. September 2017 fanden die Bundesratswahlen in Bern statt. Die Herren im Nationalrat haben den zurückgetretenen Didier Burkhalter, durch ein neues Mitglied ersetzt. Gewählt wurde Ignazio Cassis, herzliche Gratulation! Der gebürtige Italiener lässt all unsere deutschen Freunde hoffen, dass auch diese irgendwann mal in den Bundesrat gewählt werden.  Dies zeigt doch schon mal, dass die Schweiz mindestens 12.6% Vorsprung hat. Doch wer nun die Sektgläser hochhalten möchte, sollte sich doch noch etwas gedulden. Sicherlich ist dem ein oder anderem aufgefallen, dass im oberen Text nur die Rede von den Herren im Nationalrat war. Die Bundesrätin Simonetta Sommaruga forderte im Jahre 2014 im Rahmen einer Aktienrechtsrevision eine sogenannte «Frauenquote von 30%» in der Chefetage. Falls sich die Firmen nicht daranhalten, passiere… nichts. Das Gesetz wurde durch den Nationalrat durchgewunken und eigentlich leben wir zurzeit in diesem Gesetz. Die Bundesrätin sagte zu den Medien «Sie können sich darauf verlassen, dass die Regelung einigen Druck ausüben wird». So weit, so gut. Bei den letzten Bundesratswahlen jedoch stand auch eine Frau zur Auswahl. Sind also sieben Personen im Bundesrat, müssten drei davon Frauen sein, wenn es sich um die Frauenquote handeln würde, die der Nationalrat durchgewunken und der Wirtschaft auferlegte. Doch der Kantönligeist hat selbstverständlich Vorrang – Eine Klatsche für jede Frauenbewegung.

 

Apropos Klatsche

Der Präsident des FC-Sions (Christian Constantin), wurde letzte Woche vor laufender Kamera erwischt, wie er einem Teleclub-Reporter zunächst eine geklatscht und danach auf ihn eingetreten hat. «Nicht unser Bier» könnte man jetzt meinen. Doch es geht um viel mehr. Es geht um die Courage. Warum? Am 24. September 2017 spielte der FC-Sion gegen die BSC Young Boys. Für die Spieler des FC-Sions wäre es eine hervorragende Gelegenheit gewesen, sich zu distanzieren und Gewalt im Sport nicht zu tolerieren. Doch wir alle wissen doch, wenn der Chef was macht, dann macht der Chef alles gut. In einem Interview sagte ein Spieler des FC-Sion, das er dies nicht so miterlebt, er gar nicht so betroffen sei und es ihn nicht so beeinflusst hätte. Happy Slapping also hoch im Kurs. Bald kommt bestimmt auch wieder der Prügellehrer und wir können es alle wieder ignorieren! Wie in den guten alten Zeiten…

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