Unglaublich traurig: Stalking Opfer kommt in die Jahre

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Aarburg(sat): Es ist wohl die traurigste Geschichte, welche sich im Jahr 2016 abgespielt hat.

Nicole Barone (30), ist in der blühte ihres Lebens und trotzdem komplett unglücklich. Wir treffen Nicole an der Autobahnraststätte Gunzgen Nord. Eine grosse Frau mit langen braunen Haaren kommt uns in einem Fiat entgegen. Am linken Arm sehen wir ein Tattoo mit der Aufschrift „No Regrets“. Das sei Ihr Motto in den guten Jahren gewesen. Es fällt Ihr schwer, über die Ereignisse zu sprechen.

„Ich war die Erste, die auf den sozialen Medien unterwegs war“, erzählte Nicole, während sie mit leeren Blicken in die Limonade schaute. In allen sozialen Medien zeigte sie sich nicht gerade freizügig, teilte aber steht’s mit, wo und was sie gerade machte. „Mein Arbeitgeber liess mich in der Firma mein zweites Leben, leben“.

Nicole war beliebt, sehr beliebt sogar. In ganz Aarburg pfiffen die Männer ihr hinterher. „Frauen nicht, die beschimpften mich nur“, sagte sie. Auch die ersten Stalker meldeten sich in den kommenden Jahren. „Ich wurde nie bedroht, aber es war schon grusselig! Einige Männer warteten vor meiner Arbeit, andere vor meinem Zuhause oder verfolgten mich einfach mit dem Auto“.

Erfolgreich konnte Nicole, die Stalkers ignorieren. „Täglich hatte ich über 40 E-Mails und Kommentare. Auch Heiratsanträge waren dabei“, lächelte sie. Doch nun ist alles anders geworden. „Es macht mich unglaublich traurig.“, Nicole ringt um Fassung und erzählte weiter: „Als ich meinen 28sten Geburtstag feierte, wurden es immer weniger Stalker, wissen Sie wie das ist? Ich war erst 28 Jahre!“

Jedes Jahr wurden es immer weniger Stalker, die sie in der Nacht besuchten oder anriefen und auflegten. „Ich habe keinen Stalker mehr! Ich vermisse die Zeiten, an dem ein Stalker einfach so an meiner Tür geklingelt hat.“, Nicole ist sichtlich berührt und ringt um Fassung: „Jetzt kann ich ohne Probleme die ganze Nacht alleine rumlaufen! Es interessiert sich ja sowieso keiner mehr für mich!“. Schuld sei laut ihren Angaben, die Globalisierung im Internet. „Heute kann doch jeder gestalkt werden!“, erzählte sie weiter. „Wir müssen es einfach realistisch sehen, ich bin einfach zu alt, um gestalkt zu werden!“.

An dieser Stelle mussten wir das Interview abbrechen. Zu gross ist ihre Enttäuschung. Auf die Frage, was Sie in Zukunft machen wird, gab sie uns einen Tipp auf den Weg: „Enjoy the Moment without Regrets“.