Was mache ich falsch?

Lachen (sat.): In dem malerischen Dorf Lachen lebt die Hausfrau Martina Binzegger (44). Als Kind der 90er lernte Sie Sachen kennen, die heute viel komplizierteren Scheinen als dazumal, als Sie noch in der blühte Ihres Lebens war.

Die damals 23-jährige Martina war im 1995 noch eine der ersten Mütter, die ein Kind zur Welt brachten, obwohl Sie noch nicht verheiratet war. Dazumal war dies in der Schwyzer Gemeinde Lachen normal. «Ich zog mit meiner Tochter Fabienne im ‘96 dorthin» erzählte Sie uns und zeigte Familienfotos. Eine glückliche Kleinfamilie jedoch ohne Vater.

Dann ab der Jahrhundertwende veränderte sich einiges. Martina schickte des Öfteren Ihre Tochter zum Zigarettenholen. «Auf einmal funktionierte dies nicht mehr», wetterte Sie. Auch diverse andere Sachen funktionierten nicht mehr, wie Sie sich das gewohnt war. Poststellen gingen zu, der kleine Coop wurde durch ein Volg ersetzt, alles Schritte die Martina Angst gemacht haben. Doch als persönlicher Angriff empfand Sie diese Veränderungen nicht. Im Gegenteil, Sie war nach einer gewissen Zeit glücklich und lernte neue Menschen kennen.

Seit dem 2010 fühlte Sie sich jedoch persönlich angegriffen. «Früher kam fast jede Woche einer von den Zeugen Jehovas oder von den Scientologen zu mir an die Haustür und fragten mich diverse Sachen.» dies ist heute nicht mehr, erzählte Sie. «Ich sehe die Schuld an mir, ich habe diese Gruppierungen immer mit einem Lächeln abgetan. Wer konnte schon erahnen, dass die auf einmal nicht mehr kommen? Ich fühle mich verletzt und frage mich jeden Tag, was ich nur falsch gemacht habe?»

Martina leidet weniger unter der Tatsache, dass diese Gruppierungen nicht mehr kommen. Eher leidet Sie darunter, dass Sie nicht weiss, warum Sie nicht mehr kommen. «Ich glaube, die mögen mich nicht mehr. Ich versuche es allen Recht zu machen und das ist nun die Quittung dafür»